Dänemark und Süd-Norwegen 2018

… wir sind von einer wunderschönen Reise zurück! Diesmal war alles anders: Kein Ferienhaus, nur ab und zu ein Zeltplatz. Wir wohnen im Auto!

So beginnt für uns ein Abenteuer, lange vor dem Urlaub mit dem Vorbereiten unseres „Hotelzimmers“. Der Mondeo ist ja groß genug. Eine Liegefläche von 2 Metern Länge ist theoretisch kein Problem, allerdings kann dann die Kühlbox nicht mit. Also geben wir 20 cm unseres „Bettes“ an die Kühlbox ab – wir sind ja „kleine Leute“ und 180 sollte für uns auch ausreichen.


Die Liegefläche

Das Ausbauen der Sitzbank und der ganzen Kofferraumverkleidung unter dem Kofferraumboden ist fast komplizierter als das Bauen der Liegefläche. Nach dem Umbau müssen natürlich die ganzen Sägespäne, welche auf den Fotos zu sehen sind in den Staubsauger verschwinden. Die Matratze kommt erst vor dem Start ins Auto.

Nach getaner und Arbeit, klingt ein gelungener Tag am Lagerfeuer aus 😉


Die neue, alte Telefonhalterung

Als ich den Mondeo kaufte, hatte ich mir für mein Sony Xpiria eine noble Grundhalterung mit passendem Gerätehalter gegönnt. Auch für das nachfolgende Modell, das Galaxy S5 kaufte ich dann einen extra passenden Gerätehalter. Mittlerweile benutze ich ein Galaxy S7. Dafür wollte ich unbedingt eine Ledertasche haben. welche auch sehr praktisch ist. Allerdings konnte ich damit die schicke Halterung erstmal vergessen. 

Nach dem Motto „Darum kümmere ich mich später!“ landete das Telefon im Cupholder der Mittelkonsole des Mondeo, wo es über ein Jahr seinen Platz hatte. Da für die geplante Reise die Cupholder ihrer eigentlichen Funktion nachkommen sollen und wir das S7 auch als Navi benutzen werden, muss wieder eine Telefonhalterung her.

Da ich auf die Ledertasche nicht verzichten will, habe ich zuerst eine Magnethalterung im Sinn. Ich hätte auch beinah so eine Halterung bestellt als mir einfällt, dass die Ledertasche selber einen sehr starken Magneten als Verschluss besitzt. Kurzerhand klappe ich die Ledertasche auf und heftete Das Telefon samt Tasche an die nächste senkrechte Metallfläche (Heizkörper). Das Ergebnis ist mehr als zufriedenstellend, sodass ich beschließe den Gerätehalter des S5 einfach durch eine Metallplatte zu ersetzen.

Die Metallplatte welche ich noch in meinem Schraubenregal finde ist zwar nicht die edelste, doch erfüllt sie ihren Zweck hervorragend. Für den Urlaub muss es erstmal mit dieser provisorischen Variante gehen, womit wir wider beim Thema sind: „Darum kümmere ich mich später!“


Die Belüftung in der Nacht

Natürlich reicht der Sauerstoff, der im Fahrgastraum vorhanden ist nicht für zwei Personen eine ganze Nacht. deshalb muss gelüftet werden. Die Blicke Fremder, aber auch Mücken und andere Störenfriede sollten draußen bleiben. Die Lösung: Sichtschutz und Fliegenfenster in einem. Für die Fahrer-/Beifahrertüren passt diese Lösung leider nicht.

Für die Seitenfenster über dem Kofferraum bestelle ich diesen Sichtschutz

 Ungeplantes

Dass wir auch eine Woche in Norwegen sind, ist dem Umstand zu verdanken, dass wir ein sehr günstiges Angebot für eine Fährüberfahrt von Hirtshals nach Langesund und zurück, von Fjord Line erhielten. Das Angebot gilt allerdings nicht für die Wochenenden. Wir buchen die Überfahrt relativ spontan und planten auch nicht, was wir uns in Norwegen anschauen wollten und auch keine Route, da für umfangreiche Recherche zu wenig Zeit blieb. Das einzige Ziel ist, den Bereich der Nordsee zu verlassen und an der Westküste soweit Nordwärts zu kommen, wie es ohne Fähre geht. Bis nach Bergen wollen wir nicht, da wir, aufgrund der fehlenden Planung nicht wissen, wie wir auf dem zerklüfteten Teil des Landes zwischen Stavanger und Bergen vorankommen werden und wir die eine Woche auch nicht nur hinterm Steuer verbringen wollen. Für das nächste Mal werden wir mindestens 2 Wochen in Norwegen einplanen und werden auch eine lockere Routenplanung machen, die uns zwar noch Luft zu spontanen Unternehmungen lässt, jedoch einige sehenswerte Punkte verbindet.


Los geht´s

28.06.2018 Zu hause starteten wir bei leichtem Regen. Da der Wetterbericht uns jedoch ab Leipzig bereits einen Sonnen-Wolken-Mix verspricht, sind wir guter Laune. Tatsächlich lockert der Himmel mit jedem Kilometer mehr auf. Nach einer Rast auf unserem Lieblingsparkplatz „Brockenblick“ an der B6n geht es weiter in die Lüneburger Heide, wo wir die erste Nacht der Reise und gleichzeitig die letzte Nacht für drei Wochen in einem „richtigen Bett“ schlafen. 😉 


Dänemark I


29.06.2018 Am zweiten Tag erreichen wir Vejers Strand nördlich von Esberg. Etwa hier beginnt der Sandstrand an der Westküste Dänemark, der sich fast ohne Unterbrechung bis zum Nordkap in Skagen erstreckt. Bereits einige Male haben wir zwischen hier und Hirtshals im Norden in verschiedenen Ferienhäusern mit unseren Kindern Urlaub gemacht, sodass wir die Westküste Dänemarks ganz gut kennen und uns auch deshalb sehr freuen wieder hier zu sein. Endlich wieder die Nordsee spüren …


30.06.2018 Nach einer entspannten Nacht (im Auto schläft es sich erstaunlich gut!) und Frühstück im Windschutz der Dünen geht es weiter nach Norden, abseits der großen Straßen immer an der Küste entlang. Über NymindegabHvide SandeSøndervig und Thorsminde  – weiter bis zum Parkplatz direkt am Strand in Fjaltring. Diesen Platz kennen wir von früheren Reisen. Hier gibt es saubere Toiletten und Trinkwasser. Wir bleiben zwei Nächte und zwei wunderschöne Tage. Am zweiten Tag wandern wie zum Bovbjerg Fyr und über die Trans Kirke wieder zurück. Natürlich mit schönen Pausen am Strand.


02.07.2018 Doch uns zieht es nach Norden. Wir fahren über Lemvig, Humlum und Jestrup nach Krik auf den Campingplatz um mal wieder in den Genuss einer warmen Dusche zu kommen. 😉 Der Campingplatz in Krik ist noch nicht sehr ausgelastet, sodass wir eine Wiese komplett für uns haben.

03.07.2018 Nach dem Frühstück geht es weiter, da der Termin der Fährüberfahrt nach Norwegen immer näher rückt. Bei einem Zwischenstopp in Thisted machen wir eine Pause in der Thisted Kirke wo gerade jemand an der Orgel übt, was für uns natürlich ein sehr angenehmes Hörerlebnis ist.

Mitten im Nationalpark Ty gibt es dann auf einem Waldrastplatz ein verspätetes Mittagessen. Am späten Nachmittag erreichen wir Lild Strand, was aber insgesamt weniger einladend wirkt. Je weiter wir nach Norden kommen, umso weniger gute Plätze zum freistehen gibt es. Überall das Schild „Camping verboten“ oder gleich Parkverbot zwischen 22:00 und 6:00 Uhr …

Notgedrungen fahren wir wieder einen kleinen Campingplatz an. Am Bulbjerg Campingplatz werden wir, obwohl wir erst ca. 21:30 Uhr ankommen, vom Betreiber sehr herzlich in deutscher Sprache begrüßt: „Sucht Euch einen schönen Platz und schlaft erstmal schön. Um den Rest kümmern wir uns morgen!“ 

04.07.2018 Der Campingplatz zeigt sich nach Sonnenaufgang als gemütlicher, ruhiger Platz fernab von aufgemotzten „Ferienparadiesen“. Die Einrichtungen sind zwar alt, aber ordentlich und sauber. Der freundliche Erstkontakt erweist sich auch als dauerhaft freundlich, selbst als wir nach eineinhalb Wochen auf dem Rückweg wieder hier übernachten gibt es ein herzliches „Willkommen zurück!“ und eine kleine Überraschung – aber davon Später …


Weiter geht es ohne weitere Abstecher Richtung Hirtshals, wo am nächsten Tag mit der Fähre nach Norwegen gehen soll. In Hirtshals tankten Wir nochmal das Auto auf und suchten uns einen Übernachtungsplatz. Auf den hiesigen Campingplatz wollen wir nicht, den hatten wir vom benachbarten Leuchtturm Hirtshals Fyret aus überblicken können – zu groß – zu laut – nix für uns. Wir entscheiden uns für einen Wohnwagenstellplatz in Hafennähe. Dort gibt es zwar keine sanitären Einrichtungen, aber wir werden ohnehin erst spät am Abend zu Bett gehen und uns zeitig auf den Weg zur Fähre machen, wo es auch Frühstück geben würde. Also ziehen wir ein Parkticket, stellten das Auto auf den Platz und gehen zu Fuß, den Tag in Hirtshals und am Strand zu verbringen.  Die Nacht werden wir ruhig und ohne Stress verbringen – denken wir …

Der Tag wird wirklich wunderschön. Wir wandern durch das gesamte Hafengebiet, aktualisierten im WLAN der Stadtbibliothek nochmal unsere Telefone und bleiben den Rest des Tages am Strand.

Als wir spät zum Auto zurück kommen werden wir bereits erwartet. Einigen älteren Herren gefällt es gar nicht, dass wir mit unserem schwarzen Kombi so zwischen ihren blütenweißen Fiat-Motorhomes stehen. „Motorhome only! No for Cars!“ Ich hab zwar nix gegen ältere Herren mit weißem Haar, aber ich verstehe einfach nicht, wo hier das Problem ist: Der Platz ist nicht angehend halb besetzt, also Platz ohne Ende und naja, sooo hässlich sieht unser Mondeo ja auch nicht aus 😉 Mit einem „It´s my little Motorhome.“ verschwinden wir im selbigen und lassen die Herren einfach stehen. Das wütende Zuschlagen der „Motorhome-Türen“ zeigt uns an, dass wir nun doch noch eine ruhige Nacht haben werden …

05.07.2018 Am Morgen wachen wir auch ohne Wecker zeitig auf und fahren ohne Reisesegen für die wachsamen, alten Herren zur Fähre – Wir sind die ersten am Check In und so haben wir einen  Platz in der ersten Reihe um das Ausladen der Fähre zu beobachten.

Auf der Fähre genießen wir das reichhaltige Frühstücksbuffet, den endlos fließenden Kaffee, der nicht mit dem Campingkocher gebrüht werden muss und anschließend das große Sonnendeck der MS Bergensfjord


 Der Süden Norwegens


Norwegen ist auch im Süden faszinierend. Schon die Landung in Langesund ist beeindruckend – ehrlich gesagt, erscheint mir die Fähre 3 Nummern zu groß für den kleinen Ort am Fjord. Man schaut von ziemlich weit oben auf die winzigen Boote, die jedoch wenig Respekt vor dem riesigen Blechkahn zu haben scheinen. Fast scheint es als wollten sie der großen Fähre die Vorfahrt nehmen, übrigens muss das am Wikinger-Temperament der Norweger liegen, was mir später beim Autofahren in Kristianssand extrem auffällt. In große Städte in Norwegen fahre ich bestimmt nur noch, wenn ich muss. 😉

In Norwegen fahren wir erst einmal Richtung Westen. Wir wollen ja an das offene Nordmeer, dorthin, wo man nicht so genau zwischen Nordsee und Atlantik unterscheiden kann. Die Fahrt durch den Süden ist für sich schon eine Attraktion. Maria als Beifahrerin ist ständig am Fotografieren: Felsen, Berge Seen, Tunnel, Brücken, enge Kurven und alles wie nach dem Zufallsprinzip zusammengestellt. So fährst du z.B. durch einen Tunnel und an dessen Ausgang unmittelbar auf eine Brücke über einen Fjord um am Ende der Brücke wieder in einem Tunnel zu verschwinden …

Auf der Fahrt nach Westen wollen wir in Kristianssand einen Geldautomaten finden, um ein paar NOK als Bargeld einstecken zu haben. Nach einer Woche beschaulichem, rücksichtsvollem Fahren in Dänemark, ist diese Stadtfahrt ein Schock! Wie oben beschrieben, entscheiden sich die Norweger im Zweifelsfall für doch noch reinfahren egal ob in den Kreisverkehr, von der Neben- auf die Hauptstraße, oder in die heiß umkämpfte Parklücke. Nicht, dass wir da nicht gegenhalten könnten, aber dazu haben wir im Urlaub schlichtweg keine Lust. Also Kehrtwende und weitergefahren, Geldautomaten gibt es auch woanders.

In Mandal schließlich gelingt es uns ganz entspannt an unsere Kronen zu kommen 🙂 


Am Abend erreichen wir unseren anvisierten Stellplatz im Yacht-Hafen von Borhaug. Im Hafen gibt es einfache aber gute sanitäre Einrichtungen. Allerdings hat der Wind derartig zugenommen, dass wir uns entscheiden statt Dusche lieber eine Deckung vor dem Sturm zu bevorzugen. Diese Deckung finden wir, in Form einer Dichten Hecke, und zwischen dort bereits parkenden Schweizer Wohnmobilen auf dem Parkplatz am Lista Fyr. Dort gibt es zwar keine öffentliche Dusche mit warmen Wasser, aber immerhin saubere Toiletten mit fließend kaltem Wasser – mehr brauchten wir heute nicht. Es ist der einzige Abend, an dem wir im Auto essen müssen, damit uns der Sturm unsere Mahlzeit nicht von den Tellern weht.

 


 


06.07.2018 Der Sturm hält die ganze Nacht und den nächsten Tag noch an. Wir fahren weiter nordwestlich, wollten soweit Richtung Bergen, wie wir ohne Fährüberfahrt kommen. Dabei entdecken wir mit der Straße 44 eine der schönsten Straßen, die ich jemals gefahren bin. Zunächst fahren wir jedoch einige kleine Nebenstraßen an der Küste entlang die uns durch ein paar verschlafene Fischerdörfer führen.


Da die Fotos nicht die ganze Schönheit der Route wiedergeben können, habe ich hier mal das Video hochgeladen, welches Maria aus dem Auto heraus aufgenommen hat. In Anlehnung an die Route 66 in den USA habe ich noch entsprechend kitschige Musik für unsere „Route 44“ hinterlegt 😛 


Auf der Straße 44 gibt es natürlich nicht nur Kurven. Im Gegensatz zu der kleinen Kirche im nächsten Tal, die leider (wie die meisten Kirchen in Norwegen) verschlossen war, ist der Helleren echt sehenswert. Der Helleren ist ein Felsen , unter welchem die beiden letzten Häuschen einer ehemalige Siedlung, deren älteste Spuren bis in die Steinzeit reichen, zu sehen sind. Die beiden Häuschen sind allerdings nicht älter als 300 Jahre – aber immerhin. Das besondere an den Häusern ist, dass sie ohne Dacheindeckung auskommen, da sie komplett unter dem großen Helleren-Felsen gebaut wurden reicht ihnen als Wetterschutz eine einfache Bretterverschalung auf dem Dach. Die Häuser waren zur Besichtigung offen, ohne Eintrittspreise, ohne Bewachung und ohne viel Werbung rings um. So etwas ist wohl nur in Skandinavien möglich …

Als wir weiter fuhren, kamen wir nur um drei Kurven und „mussten“ schon wieder anhalten, denn jetzt hatten wir einen wunderbaren Blick von oben auf den Helleren aber vor allem auf den Jøssingfjord, der hier ca. drei Kilometer vom Meer in die Landschaft reicht.

Von dort aus gelangten wir noch ein kleines Stück nach oben, wo es dann, nach einem Pass wieder abwärts ging. Auf der weiteren Fahrt wurde die Landschaft unmerklich immer unspektakulärer, jedoch immer noch wunderbar schön. Pause machten wir das auf einem  Rastplatz am Nalaugviga. Der Platz war gepflegt, hatte über Felsklippen Zugang zum Meer und hätte sich sicher gut für eine Übernachtung geeignet, doch wir hatten ja keine bestimmte Route für unseren Norwegen-Aufenthalt geplant und wollten erstmal weiter.


Weiter ging es nach Norden über Egersund über eine Flache Landschaft an der Küste unmerklich in das Stadtgebiet von StavangerStavanger ist eine Stadt mit sehr viel Flächenausdehnung, da es keine hohen Gebäude gibt. Man ist froh irgendwann doch das andere Ende dieses Quirl erreicht zu haben. Wir fahren noch ein paar Kilometer am Stavangerfjord entlang, durch einen Tunnel unter selben hinweg auf die Insel Rennesøy, um an deren Nordkap Nordre Rennesøy nun vor der Fähre nach Norden über den Fjord zu stehen.

Da wir nicht wissen wie weit wir auf der anderen Seite kommen ohne wieder eine Fähre bezahlen zu müssen und da das Wetter hier wieder ziemlich windig und dazu noch kühl wurde, beschlossen wir die Nacht auf einem Rastplatz auf Rennesøy zu verbringen und am nächsten Tag ins Landesinnere ostwärts zu fahren, um zumindest den Wind los zu werden.


07.07.2018 Auf dem Weg von Rennesøy zum Tunnel auf das Festland sahen wir Wegweiser zum Utstein Kloster und Fjøløy Fyre auf den Nachbarinseln Mosterøy und Fjøløy. Wir bogen ab und wurden dafür reichlich belohnt.


Weiter ging es, nach diesen schönen Entdeckungen, wieder durch den Quirl von Stavanger. Immer die Straße E39 entlang, bis wir schließlich bei Austrått auf die Straße 13 abbogen. Hier fuhren wir bis Høle und fanden dort endlich eine Kirche offen.

Grund dafür, dass wir in die Kirche schauen konnten war, dass dort in der nächsten Stunde ein Gottesdienst stattfinden solle. Wir haben nicht herausbekommen ob es eine Hochzeit oder Taufe – oder beides sein sollte. Auf jeden Fall stand die Kanne für das Taufwasser auf dem Taufbecken. Doch in den Kirchen, die wir in Dänemark besichtigt haben, stehen diese Kannen immer am Taufbecken – also muss das auch hier kein Hinweis auf eine Taufe sein.

Die Frau, die wir in der Kirche trafen war voll mit den Vorbereitungen für den Gottesdienst beschäftigt. Als sie mit einer Leiter und Glühlampen kam und nicht richtig wusste, wie sie den Klappleiter zwischen die Kirchenbänke stellen sollte, zog sich mir die Schuhe aus, stieg auf die Kirchenbank und nahm der verdutzten Frau die Glühlampen ab. Nachdem ich bei vier Kronleuchtern insgesamt 5 Lampen gewechselt hatte, fragte Sie auf sehr gebrochenem Englisch wo wir her kämen. Als ich ihr verriet, dass wir aus Germany kommen, ratterte es in ihrem Kopf so lange, bis sie eine „Herzliches Dankeschön!“ zusammen gebastelt hatte und umarmte mich. 😉

Als wir die Kirche verließen sagte ich noch zu Maria: „Einmal Küster – immer Küster!“ Auf dem Platz vor der Kirche, trafen nun auch die ersten Gäste der Feierlichkeit ein. Wir verließen in Høle die Straße 13 und hielten uns südlich Richtung Straße 45, auf die wir bei Oltedal treffen wollten.


Die Fahrt über Oltedal, Dirdal und Byrkjedal bis Sinnes wurde mehr und mehr gebirgiger, jedoch fuhren wir meist auf einer Talstraße entlang und sahen links und rechts Berge und Gewässer im Wechsel. Dass kurz vor Dirdal eines der Gewässer immer noch ein Ausläufer des Stavangerfjords ist, merke ich erst jetzt, bei der Aufarbeitung der Fotos mittels Landkarte …

Zwischen Sinnes und Suleskard verließen wir das Tal und fuhren direkt auf das riesige, zerklüftete Hochplateau zwischen Vest-Agder und Aust-Agder. Hier hätte ich gern eine Nacht verbracht, jedoch erwies sich das Parken und Stehenbleiben insgesamt als schwierig. Entweder die Parkplätze waren privat und gehörten zu den neuen in die Berge gebauten Ferienhäusern, oder es waren nur Haltebuchten an sehr steilen, kurvigen Hochgebirgsstraßen. Hier hätte man wohl doch ein Zelt mithaben sollen, jedoch schon der Gedanke, das Auto an einer solchen Kurve auf der Steilen Straße für eine Nacht stehen zu lassen, sagte mir, dass es auch dann sicher keine erholsame Nacht werden würde.


Wir fuhren also weiter und weiter bis wir schließlich bei Rysstad das Hochplateau wieder Verließen und im Tal des Åraksfjorden wieder Richtung Süden fuhren.

Alles in allem hatten wir das Gefühl, dass die eben verlassene Region gerade für dem Wander- und Ski-Tourismus erschlossen wurde und alles getan wurde um Leuten, die wie wir frei stehen wollen, zu zeigen, dass sie unerwünscht sind. Auch in der Gegend um Rysstad gab es immer mehr Hinweisschilder (plötzlich auch in deutsch!), auf denen wortreich darauf hingewiesen wurde, dass der Rastplatz „kein Ort zum Übernachten“ sei. 🙁 


Eigentlich sollte das ein Tag werden, an welchem wir nicht so viel Kilometer hinter uns bringen, doch inzwischen war später Nachmittag und wir hatten noch immer keinen passenden Platz zum Übernachten gefunden. Wir beschlossen, dass wir bis zum Rastplatz am Nalaugviga fahren würden, wenn wir nichts passendes mehr finden. Wir wollten ohnehin die Straße 44 noch einmal in die entgegengesetzte Richtung fahren. Das Unschöne war, dass wir von dort noch ziemlich weit entfernt waren. Wir würden in diesem Fall wohl bis in die Nacht fahren müssen …

Als wir gegen 19:00 Uhr am Åraksfjorden ankamen fanden wir dort einen schönen, neuen Rastplatz, ohne die entsprechenden No-Camping-Hinweisschilder. Toiletten in sauberem Zustand und in Rundstamm-Blockbauweise errichtet, dazu einige Pikniktische am Ufer des  wunderschönen Fjords, luden uns für diese Nacht ein. Und wie zur Bestätigung, dass wir hier richtig waren, beleuchtete die Sonne, eine Stunde, nach unserer Ankunft noch einmal den Åraksfjorden , der zuvor im Schatten eines Berges gelegen hatte.

Am nächsten Morgen, nach einem ausgiebigen Frühstück gingen wir noch eine Runde im Åraksfjorden schwimmen, bevor wir weiter zogen.


08.07.2018 Vom Åraksfjorden starteten wir nun, zum Rastplatz am Nalaugviga, den wir gegen Mittag erreichten. Hier blieben wir bis zum Nächsten Morgen. Die nächsten Bilder zeigen die Landschaft aus dem Auto heraus fotografiert und im zweiten Teil, Aufnahmen, die Maria an der Steinigen Küste des Nalaugviga machte. Ein kühler Wind kam auf, der über Nacht zum Sturm heranwuchs.  Zum Glück lag der Rastplatz im Windschatten der Berge, sodass wir außer ein paar Tropfen Sprühregen auf der Frontscheibe (übrigens, der einzige Regen im ganzen Urlaub!) nicht viel davon mitbekamen.


09.07.2018 Es stürmte immer noch über unsere Köpfe hinweg, aber wir konnten, dank der Berge, hinter denen wir waren, im Freien frühstücken. Der Temperaturunterschied zwischen Orten, wo der Wind frei anliegt und denen im Windschatten ist beachtlich, so waren wir oft dabei uns etwas über zuziehen oder Pullover und Jacke wieder los zu werden.

Nachdem wir die Straße 44 wieder in Richtung Flekkefjord gefahren waren, setzten wir mit der Autofähre auf die Insel Hidra über und bezogen Quartier im Hafen des kleinen, aber feinen Ortes Kirkehamn. Als sich gegen Mittag der Wind legte, fühlte sich der Ort mit seinen schönen Häusern, Gärten und dem intensiven Sonnenlicht an, als läge er auf einer griechischen Insel im Mittelmeer und nicht am Nordrand der Nordsee …

An diesem wunderschönen Platz verbrachten wir den Rest des Tages und die folgende Nacht.


10.07.2018: Als wir diesen schönen Ort verlassen, wird uns klar, dass uns Übermorgen die Fähre nach Dänemark bringen wird und damit unsere Zeit in Norwegen zu Ende ist. Wir beschließen den Lista Fyr noch einmal anzusteuern und die restliche Zeit zu entschleunigen.

Von unserer ersten Übernachtung vor 5 Tagen wissen wir, dass von hier aus einige Wanderwege an der Küste entlang starten. Wir stellen Das Auto ab, genießen bei einem Mittagessen den Blick auf Leuchtturm und Nordsee ohne Sturm im Sonnenschein. Dann packen wir Trinkwasser und Badesachen ein und wandern los. Eine Badestelle finden wir zwar nicht, aber die Wanderung durch Wald und über steinige Weideflächen an der Küste lassen uns die schöne Landschaft viel intensiver als beim Autofahren wahrnehmen.


11.07.2018: Nach der Fahrt von Lista nach Langesund, übernachten wir direkt im Fährhafen auf dem Parkplatz.

Am 12.07.2018 geht es mit der Fähre zurück nach Hirtshals. Bei Sonnenschein und 25 Grad im Schatten, kommen wir uns eher wie am Mittelmeer vor als auf der Nordsee.


zurück in Dänemark

Die letzte Woche verbrachten wir am Strand in Fjaltring. Ein paar Impressionen dieser Woche habe ich in folgender Galerie zusammengefasst:


Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen